Bernstein suchen in SPO: Tipps für Schatzsucher
Das Gold der Nordsee finden: Ein Abenteuer für Geduldige, Glückspilze und Frühaufsteher.
Nach einem stürmischen Tag, wenn sich das Meer beruhigt hat und die Möwen kreischen, beginnt in St. Peter-Ording die Jagd auf das „Gold des Meeres“. Bernstein suchen ist ein Abenteuer für Groß und Klein und hat etwas fast Meditatives. Doch wie unterscheidet man den wertvollen fossilen Harz von gelbem Glas oder Steinen? Und wo liegen die Hotspots in SPO?
Wann und wo suchen? Das Geheimnis des „Sprockholzes“
Bernstein ist leicht. Er schwimmt im Salzwasser nicht oben, sinkt aber langsamer ab als Steine. Deshalb wird er oft zusammen mit schwarzem, modrigem Holzresten (dem sogenannten Sprockholz oder Rollholz), Algen und Muscheln angespült.
Die besten Chancen hast du:
- Im Winter und Frühjahr: Das kalte Wasser hat eine höhere Dichte, was den Bernstein besser trägt.
- Nach Stürmen aus Nordwest: Wenn der Wind sich dreht und das Wasser abläuft (bei Ebbe), solltest du am frischen Spülsaum suchen.
- In SPO: Besonders die Bereiche an der Wasserkante im Ortsteil Ording und Bad sind vielversprechend. Suche gezielt in den schwarzen „Holz-Nestern“ am Strand.
Echt oder Fake? Der Schnell-Check
Du hast einen gelblich-braunen Klumpen gefunden? Bevor du jubelst, mach den Test:
- Der Zahn-Test: Klopfe den Fund vorsichtig (!) gegen den Schneidezahn. Fühlt es sich weich an wie Plastik? Das spricht für Bernstein. Ein Stein klirrt hart und kalt.
- Der Salzwasser-Check (Zuhause): In einer gesättigten Salzlösung (ca. 3-4 Esslöffel Salz auf ein Glas Wasser) schwimmt echter Bernstein oben. Steine gehen gnadenlos unter.
- Der Reibungs-Test: Reibe den Stein kräftig an deiner Jeans oder Wolle. Echter Bernstein lädt sich elektrostatisch auf und zieht Papierschnipsel oder Haare an. Manchmal riecht er dabei auch leicht harzig.
Mittlerweile gehen viele Sammler nachts mit UV-Taschenlampen an den Strand. Unter Schwarzlicht leuchtet Bernstein oft hellgelb bis bläulich und ist im dunklen Seetang sofort zu erkennen.
Leider sieht weißer Phosphor (Reste von Weltkriegsmunition) dem Bernstein täuschend ähnlich. Der Unterschied: Phosphor entzündet sich von selbst, sobald er trocknet und warm wird (ca. 20–30 Grad) – also in deiner Hosentasche!
Die wichtigste Regel: Stecke vermeintlichen Bernstein niemals direkt in die Hosentasche. Sammle deine Funde immer in einem Glas mit Schraubdeckel oder einer Blechdose (am besten mit etwas Wasser darin). Das schützt dich vor schweren Verbrennungen.
Kultur-Tipp: Das Bernsteinmuseum
Wenn du kein Glück hattest oder sehen willst, was Profis finden: Besuch das „Nordsee-Bernsteinmuseum“ im Ortsteil Dorf. Dort lernst du alles über die Entstehung und siehst Inklusen (Einschlüsse von Insekten), die Millionen Jahre alt sind.
Erholung nach der Schatzsuche
Nach stundenlangem Strandlaufen mit gesenktem Blick („Bernstein-Nacken“) gibt es nichts Schöneres, als in dein warmes Ferienhaus zurückzukehren. Breite deine Funde auf dem Tisch aus, mach dir einen heißen Tee und genieße den Stolz des Entdeckers.
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