Die Kathedralen der Bauern: Eine Reise zu den Riesen unter Reet
Wenn Sie von Ihrem Ferienhaus in Sankt Peter-Ording aus das Binnenland der Halbinsel Eiderstedt erkunden, werden Ihnen sofort die gewaltigen Gebäude mit den riesigen Reetdächern auffallen. Es sind die Haubarge – architektonische Meisterwerke, die es in dieser Form nur hier gibt. Im April, wenn die Weiden grün werden und der Blick über das flache Land weit reicht, ist eine Tour zu diesen Monumenten ein Muss für jeden Kulturliebhaber.
Architektur für die Ewigkeit: Das Vierkant-Prinzip
Ein Haubarg ist weit mehr als nur ein Bauernhaus. Er wurde im 16. Jahrhundert nach niederländischem Vorbild entwickelt, um Mensch, Tier und die gesamte Ernte unter einem einzigen, gigantischen Dach zu vereinen. Das Herzstück ist der „Vierkant“, eine Konstruktion aus vier oder mehr mächtigen Kiefernholzbalken, die das gesamte Gewicht des Daches tragen. Das Geniale daran: Die Wände tragen keine Last. Selbst wenn eine Sturmflut die Mauern eindrückte, blieb das Dach auf seinen Ständern stehen. Diese Konstruktion erlaubte es, riesige Mengen an Heu im Inneren zu lagern, was Eiderstedt zu einer der reichsten Regionen Schleswig-Holsteins machte. Wenn man heute vor einem Haubarg steht, dessen Dachfläche oft über 1.000 Quadratmeter groß ist, spürt man den Stolz und den Wohlstand der damaligen Marschenbauern.
Der Rote Haubarg: Ein lebendiges Museum
Der bekannteste Vertreter dieser Bauweise ist der Rote Haubarg bei Witzwort. Entgegen seinem Namen ist er heute weiß geputzt, aber seine Geschichte ist legendenumwoben. Man sagt, der Teufel selbst habe beim Bau geholfen – und tatsächlich wirkt die Größe des Gebäudes fast übermenschlich. Heute beherbergt der Rote Haubarg ein exzellentes Restaurant und ein Museum, das tief in die Geschichte der Deichwirtschaft und des bäuerlichen Lebens eintaucht. Im April lässt es sich wunderbar im Garten des Haubargs sitzen, eine hausgemachte Friesentorte genießen und sich vorstellen, wie hier vor 300 Jahren das Leben pulsierte.
Versteckte Schätze auf der Halbinsel
Neben dem Roten Haubarg gibt es auf Eiderstedt noch etwa 40 weitere erhaltene Exemplare, viele davon im Privatbesitz. Eine Radtour durch die Dörfer Tating, Garding und Welt führt Sie an vielen dieser Riesen vorbei. Achten Sie auf die typischen „Grootdören“ (große Tore), durch die früher die vollbeladenen Heuwagen direkt ins Innere des Hauses fuhren. Viele Haubarge sind von alten „Graften“ (Wassergräben) umgeben, die im Frühjahr wunderschön mit Schilf und ersten Sumpfblumen gesäumt sind. Es ist eine Kulturlandschaft, die Ruhe ausstrahlt und zum Entschleunigen einlädt – genau das Richtige nach einem windigen Tag am Strand von SPO.
Eiderstedter Geschichte zum Mitnehmen
Ein Ausflug zu den Haubargen ist auch eine Reise in die kulinarische Geschichte. Viele der Höfe verkaufen heute regionale Produkte direkt ab Hof. Deichkäse, Lammfleisch oder Eiderstedter Mehl sind fantastische Zutaten für ein Abendessen in Ihrem Ferienhaus. Wenn Sie in einem unserer Häuser wohnen, haben Sie den idealen Ausgangspunkt, um diese historische Region zu erkunden. Wir geben Ihnen gerne Tipps für die schönsten Routen, auf denen Sie die Halbinsel Eiderstedt von ihrer authentischsten Seite kennenlernen.
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